Für Josef Zenz und Konstrukteur Bernhard Wimmer steht fest: Ohne Walzen geht es bei Bandsägen nicht – zumindest wenn Breitbänder montiert sind. Nur Walzen kann Blockbandsägen von Ruf des ungenauen Einschnitts befreien. Die Entscheidung von Josef Zenz ist damit mehr als konsequent, die Sparte Schärfautomaten und Walzbänke von Alber Sägen GmbH & Co. KG zu übernehmen. Der Schleifautomat Typ AHB und die Walzmaschine AWZ 0 mit Planbank PLZ190 werden ab sofort bei der Zenz in Gars am Inn hergestellt. Als Kunden hat Zenz Bandsägenkunden im Auge, für die hohe Schnittleistung und Schnittholzholzqualität ein Muss ist. Unter den Wimmern-Kunden sind dies besonders Betreiber stationärer Sägen. Aber auch unter den Mobilsägern wächst der Anteil derer, für die Blattpflege wie im Großsägewerk einfach dazugehört. Alber selbst wird sich künftig auf das Kerngeschäft, die Herstellung von Bandsägeblättern für die Holz-, Kunststoff- und Fleischerei-Industrie, konzentrieren.
Ein Exkurs zur Notwendigkeit des Walzens und Spannens: Das Band muss vor dem Schärfen auf die Walzbank, die Bombierung geprüft und wenn nötig gewalzt werden. Nur durch die optimale Anpassung der Sägeblätter zum Gussrad werden die Schnittleistung und die Qualität erhöht. Durch Walzen kann man auf Druckführungen verzichten, die einen weiteren Stress für das Sägeblatt bedeuten.
Die Bombierung verhindert, dass das Band beim Sägen auf der Rolle besonders bei hohen Vorschüben nach hinten wandert. Das Band muss aber der Form der Rollen angepasst werden, was ebenfalls durch das Walzen geschieht.
Die Argumente der "Nicht-Walzer": Auf das teure Walzen kann mit Hilfe einer speziellen, Bombierung der Rollen verzichtet werden.
Josef Zenz ist überzeugt, dass sich für den Säger die Investition in höherwertige, nachstellitierbare und walzfähige Bänder lohnt. Fast würde sich der Bandsägenbauer sogar dazu hinreißen lassen, dass er dem Band eine höhere Bedeutung zumisst als der Säge. Zenz macht folgende Vergleichsrechnung auf: Die auf Wimmer-Sägen verwendeten Bänder aus Uddeholm-Stahl kosten 171 €/Stück. Nach seinen Erfahrungswerten sollte nach dem Einschnitt von 6 fm geschärft werden. Nach 20 mal Schleifen oder 120 fm Einschnitt muss nachstellitiert werden. Dies sei bei den Uddeholm-Blättern dreimal zu je 90 €/fm möglich. Bei Gesamtkosten von 350 € und einem Einschnitt von 360 fm kommt Zenz auf Blattkosten unter 1 €/fm. Setzt man einen Differenzbetrag von 1 €/fm zu Systemen ohne Nachstellitierung und somit auch ohne Walzung an, amortisieren sich die 7500 € Anschaffungskosten der Walzbank innerhalb von ein bis zwei Jahren.
Mit dem Schleifautomat des Typs AHB stellt Zenz nun die bewährte und günstige Maschine für die Zahnpflege her. Das Modell hat sich seit vielen Jahren als kostengünstiges Trockenschleifgerät bei Schleifdiensten bewährt. Der Schärfautomat verfügt über das notwendige Eigengewicht, insbesondere des Kopfes. Nur die notwendige Masse kann verhindern, dass er beim Schleifen immer mehr in Schwingung gerät. Die Folgen wären so genannte "Rattermarken" und in der Folge Bandrisse.
Für den Vorschub sorgt ein eigener Motor. Die Geschwindigkeit kann so variieren, ohne dass das Tempo der Schleifscheibe zu verändern. Durch die Nockensteuerung wird der Zahn exakter geschliffen. Den großen Vorteil eines eigenen Schärfautomaten sieht Zenz in der Schnittholzqualität.
Ein Beispielbetrieb ist für Josef Zenz der Nadelstarkholzbetrieb Müller-Gei im nordbayerischen Wallenfels. Um bei einem Einschnitt von 5000fm/Jahr Fichte und Kiefer auf der Wimmersäge BN 110 gleich bleibende Leistung gewährleisten zu können, stehen insgesamt 30 Bänder zur Verfügung. Alle 3-4 Stunden wird das Band ausgetauscht. Der für jeden Betrieb individuelle Schleif- und Walz-Zeitplan sieht bei Müller-Gei Nachschärfen nach 6-8 fm Einschnitt vor. Jedes Blatt wird nach 20-25 Schleifzyklen oder 120 - 150 fm Einschnitt nachstellitiert. Um die Leistung zu halten, wird vor jedem Schärfen das Band auf der Walzbank kontrolliert.
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