Holzfachwerk aus BauBuche

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Pollmeier/IHB
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"Osthang Project" heißt die Summer School auf der Mathildenhöhe in Darmstadt, bei der Architekten aus der ganzen Welt zusammen mit den Teilnehmern neue Ideen entwickeln und vor Ort ausprobieren. Als zentralen Ort für Veranstaltungen aller Art haben ConstructLab (Berlin/Paris) und Atelier Bow Wow (Tokio) einen Fachwerk-Pavillon aus Buchenholz gebaut. Am 11.07.2014 wurde Richtfest gefeiert.

Die Mathildenhöhe in Darmstadt ist berühmt für die Künstlerkolonie, deren Mitglieder hier vor 100 Jahren wegweisende Werke des Jugendstils schufen. Das "Osthang Project" möchte als temporäre Künstlerkolonie im Juli und August 2014 an diese Tradition anknüpfen. Aktuelle Positionen aus Architektur, experimentellem Bauen, Kunst und Theorie aus der ganzen Welt sollen hier zusammengeführt werden.

Als Veranstaltungsraum für Vorträge, Filmabende und Diskussionsrunden, aber auch als temporäre Mensa für die Teilnehmer, haben Yoshiharu Tsukamoto und Momoyo Kajima von Atelier Bow Wow zusammen mit den Holzbau-Spezialisten von ConstructLab sowie den Tragwerksplanern Bollinger + Grohmann einen Holzfachwerk-Pavillon konzipiert. 

"Ein Gerüst aus vertikalen und horizontalen Stäben, an denen die zwei Dachhälften lehnen." So fasst Architekt Alexander Römer die Entwurfsidee für die "Main Hall" zusammen. Wie ein Zelt ragen die schrägen Dachflächen des Pavillons zwischen wild gewachsenen Bäumen und Sträuchern siebeneinhalb Meter in die Luft. Sie begrenzen einen gut vier Meter hohen Innenraum, in dem bis zu 150 Besucher Platz finden. Über große Klapptüren gelangen die Besucher ins Innere des Pavillons, gleichzeitig werden durch die Türen Blickbeziehungen zwischen innen und außen möglich. Beim Richtfest Anfang Juli waren die Fassaden noch nicht verkleidet, die Planer haben hierfür transluzente GFK-Wellplatten vorgesehen.

Holzfachwerk aus BauBuche: "Ein glücklicher Zufall"

Foto: Kristof Lemp Foto: Ulrich Koch Foto: Kristof Lemp Foto: Kristof Lemp

BauBuche Furnierschichtholz auf der Baustelle

Fotos: Kristof Lemp/Ulrich Koch

Aus diesen geschälten Buchenholz-Schichten wird BauBuche gepresst

Mathildenhöhe in Darmstadt - Die Main Hall im Rohbau

Das Buchenholz-Fachwerk der Main Hall kurz vor der Schliessung des Daches

Dass für die Holzkonstruktion nicht wie üblich auf Nadelholz zurückgegriffen wurde, ist der Arbeitsweise von ConstructLab geschuldet: "Wir versuchen, bei unseren Projekten lokale Rohstoffe zu verwenden" sagt Alexander Römer. Die Wahl fiel auf Buchenholz, das u.a. in der Region um Darmstadt (Odenwald) zu finden ist. "Wir sind zu Förstern gefahren und haben uns beraten lassen. So entstand der Kontakt zum Hersteller Pollmeier – ein glücklicher Zufall" erzählt der Planer, der auch gelernter Zimmermann ist. Zum Einsatz kam die von Pollmeier seit kurzem produzierte BauBuche. Die astfreie und hochwertige Laubholzoberfläche unterstreicht nach Angaben des Planers das elegante Erscheinungsbild des Fachwerk-Pavillons.

Mit insgesamt 30 Kubikmeter verbauter BauBuche, ist der Pavillon auf der Mathildenhöhe damit eines der ersten größeren Projekte, das mit dem neuartigen Baustoff realisiert wurde.

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